engst.FOTOGRAFIE Insider - August 2025 (#76)

Themen in dieser Ausgabe:

Einstieg in die Filterfotografie - eine Empfehlung

In meinen Workshops zeige ich die Wirkungsweise von optischen Glasfiltern und sorge damit regelmäßig für offene Münder und staunende Blicke. Klar, dass man ganze Menschenmassen verschwinden oder Wasser durchsichtig machen kann, sieht man nicht alle Tage.

Das Interesse der Leute für diese Art der Fotografie war schnell geweckt. Nur die Art und Weise des richtigen Einstieges war nicht so einfach. Es fehlte einfach das passende Einstiegest, welches den Spagat zwischen Preis-Leistung meisterte.

Das hat sich nun geändert. Mit dem Filtersystem LC-Pro 100 des Fotografen Riko Best hat sich diese Lücke geschlossen und ich kann euch das System sehr empfehlen. Es gibt zwei Varianten, die für den Anfang absolut ausreichend sind. Für 139 € bzw. 199 € bekommt ihr ein tolles Filtersystem, welches euch die nächsten Jahre begleiten und Freude bereiten wird. Schaut einfach mal auf der Seite und meldet euch bei mir, falls ihr Fragen habt.

Fotoversicherung: Muss das wirklich sein?

Hinweis vorweg: Wenn euch das zu viel Text ist, dann gibt es das alles auch als Video ;)

In den letzten Wochen habe ich Schweden bereist und an den unterschiedlichsten Orten des Landes fotografiert. Hintergrund der Reise sind Planungen für kommende Produkte und Workshops (ja, richtig gehört. Ich plane demnächst Fotoreisen anzubieten) zu den Themen Foto- und Videografie. Dabei sind mir zwei Missgeschicke passiert, deren Auswirkungen und finanzielle Folgen sich dank einer passenden Versicherung in Grenzen hielten. Aber dazu später mehr. Beginnen wir den Einstieg mit etwas Allgemeinem.

Warum eine Geräteversicherung in der Fotografie unverzichtbar ist

Als Fotograf investiert man nicht nur Zeit und Leidenschaft, sondern auch viel Geld in die Ausrüstung. Kameras, Objektive, Drohnen, Stative, Filter – die Liste ist lang und die Anschaffungskosten schnell vierstellig oder mehr. Doch was passiert, wenn plötzlich etwas kaputtgeht, gestohlen wird oder beim Shooting ins Wasser fällt? Genau hier kommt die Geräteversicherung ins Spiel – und warum sie mehr ist als nur ein optionales Extra, erklärt dieser Beitrag.

1. Hoher materieller Wert, hohes Risiko

Fotografen tragen oft Ausrüstung im Wert eines Kleinwagens mit sich. Eine Canon EOS R5 mit einem RF 24-70mm Objektiv, ein gutes Stativ, ND-Filter und ein MacBook zur Bildbearbeitung – da kommt schnell eine fünfstellige Summe zusammen. Je häufiger und professioneller man unterwegs ist, desto höher ist das Risiko: Stürze, Diebstahl, Wasserschäden oder Transportschäden sind keine Seltenheit.

2. Berufliche Sicherheit für Profis

Für Berufsfotografen ist die Ausrüstung das Werkzeug, mit dem Geld verdient wird. Ein Totalschaden ohne Versicherung kann Projekte gefährden, Kunden kosten und die eigene Existenz bedrohen. Eine Geräteversicherung deckt im Idealfall nicht nur Reparaturen oder Ersatz, sondern sichert auch die berufliche Handlungsfähigkeit ab – schnell und unkompliziert.

3. Privater Schutz für ambitionierte Hobbyfotografen

Auch Hobbyfotografen profitieren von einer Geräteversicherung. Wer seine Reisen dokumentiert, auf Hochzeiten fotografiert oder sich nebenberuflich mit der Kamera engagiert, möchte im Ernstfall nicht auf den Kosten sitzen bleiben. Besonders bei Reisen – ob in den Harz, nach Schweden oder weiter weg – ist ein zusätzlicher Schutz sinnvoll, da viele Hausratversicherungen Schäden im Ausland nicht oder nur unzureichend abdecken.

4. Leistungen, auf die es ankommt

Nicht jede Geräteversicherung ist gleich. Beim Abschluss sollte man auf folgende Punkte achten:

  • Weltweiter Schutz (auch bei Reisen)

  • Deckung bei Diebstahl, Sturz- und Wasserschäden

  • Neuwertentschädigung

  • Schnelle Schadensregulierung

  • Mitversicherung von Zubehör (z. B. Drohnen, Filter, Speicherkarten)

Ein Blick ins Kleingedruckte lohnt sich – auch um zu prüfen, ob der Schutz bei Eigenverschulden greift, z. B. wenn einem das Stativ samt Kamera umkippt.

5. Fazit: Wer vorsorgt, fotografiert entspannter

Eine Geräteversicherung ist kein Luxus, sondern eine sinnvolle Absicherung – insbesondere, wenn Fotografie mehr als nur ein gelegentliches Hobby ist. Sie schützt die Investition, sichert den Workflow und sorgt dafür, dass man sich im Schadensfall nicht mit finanziellen Sorgen, sondern schnell wieder mit Motiven beschäftigen kann.

Gerade im Zeitalter von Social Media, Online-Portfolios und beruflicher Sichtbarkeit zählt jeder Ausfalltag – und jeder Verlust. Wer also langfristig plant, professionell arbeitet oder viel unterwegs ist, sollte die Geräteversicherung als festen Bestandteil seiner Ausrüstung betrachten.

Tipp: Wer mehrere Geräte versichern will, sollte auf Anbieter achten, die Bündelrabatte oder spezielle Tarife für Fotografen anbieten.

Was ist mir nun konkret passiert?

Da war die Welt noch in Ordnung. Das erste Foto des Abends war ein voller Erfolg.

Wie Eingangs erwähnt, hatte ich zwei mal Pech. Das erste Missgeschick ereilte mich nahe Karlstad, als ich den Sonnenuntergang am Felsstrand fotografieren wollte. Auf den ersten Blick waren die Bedingungen perfekt. Wellen, Sonne, Wolken und leichter Wind. Also schnell das Stativ aufgebaut, Kamera montiert und Filter auf as Objektiv geschraubt.

Leider nahm der Wind im Laufe des Abends an Stärke zu und entwickelte sich zu einem ausgewachsenen Sturm. Dieser zerrte an Kamera und Objektiv und irgendwann fielen die Glasfilter von dem Basisring und verschwanden in den Tiefen des Vänern.

Die magnetischen Filter von NiSi haben mich leider enttäuscht. Der Magnetstreifen des Basisringe ist einfach nicht für meine Art der Fotografie gemacht.

Trotz intensiver Suche blieben die Filter verschwunden und ich musste sie als verloren betrachten. Glück im Unglück hatte ich durch eine bestehende Foto- und Geräteversicherung. Der Schaden war noch am selben Abend gemeldet und wurde binnen 36 Stunden reguliert. Dank den modernen Zeiten in denen wir leben, konnte ich kurzerhand ein neues Filterset direkt auf den Stellplatz am Ufer des Sees bestellen und liefern lassen. Unterm Strich dauerte es knapp 48 Stunden und ich war wieder ausgerüstet.

Kurz nach diesem Foto verschwanden meine Filter im Wasser.

Unglück kommt selten allein. So heißt es im Volksmund und so sollte es auch sein. Ein paar Tage nach dem ersten Zwischenfall, ich war inzwischen am See Övre Fölingen angekommen, traf mich das Pech erneut. Ebenfalls an einem lauen Sommerabend erkundete ich das Ufer des Sees, hatte ich doch ein paar vielversprechende Felsformationen entdeckt.

Nachdem ich (mal wieder) Stativ, Kamera und Filter aufgebaut bzw. montiert hatte, wechselte schlagartig das Wetter. Von “Mildem Sommerabend” auf “Regenguss aus der Hölle” in wenigen Minuten. Gott sei Dank lagen Raincover (für den Rucksack) und Regenhaube (für die Kamera) sicher im Auto. Für meine Kamera und mich hieß es allerdings durchhalten.

Aus der Not eine Tugend machen: bei schönem Wetter kann jeder fotografieren ;)

Da Mensch und Ausrüstung bereits nass waren, zog ich die Session durch und fotografierte weiter. Nicht ganz ohne einem schlechten Gewissen.

Binnen weniger Minuten waren Kamera und Objektiv völlig durchnässt.

Bereits am nächsten Tag, es schien wieder sie Sonne, kam das böse Erwachen. Alle meine Bilder hatten einen deutlichen Schimmer. Es wirkte wie durch Milchglas fotografiert. Nicht gut. Eine Kontrolle ergab, Kamera und Objektive hatten Wasser gezogen.

Es half alles nichts, ich griff daher erneut zum Telefon und rief meine Versicherung an. Die Dame am anderen Ende der Leitung nahm auch diese Schadensmeldung mit einem Lächeln auf und leitete alles weitere in die Wege. Leider dauerte es diesmal länger als 48 h und so musste ich die restlichen Tage mit meiner Zweitkamera arbeiten. Mittlerweile sind alle Teile voll einsatzfähig von der Reparatur zurück.

Links das EF 70-200 mm f 2.8 aus dem Jahre 1995 und rechts das moderne RF 70-200 mm f4 aus 2025.

Leicht gegen Lichtstark - welches Objektiv kommt in meinen Fotorucksack?

Auf meinen Fototouren bin ich oftmals den ganzen Tag unterwegs. Eine 12 Stunden Tour durch den Harz ist keine Seltenheit. Besonders im Winter, wenn die ohnehin schon anspruchsvollen Wege nochmals einen Tacken schwieriger zu laufen sind, zählt für mich das Gewicht der Ausrüstung vor allen anderen Sachen. Inzwischen konnte ich dieses von 18 auf 14 Kilo verringern. Das klingt nicht viel, ist aber eine Menge, wenn man 4 Kg weniger auf dem Rücken hat.

In den vergangenen Jahren hatte ich jede Menge Rucksäcke von allen großen und kleinen Marken.

Mittlerweile bin ich bei der Firma F-Stop angekommen und sehr zufrieden. Die Last verteilt sich, dank guten Tragekomfort, angenehm auf (meinem) Rücken und robust sind die Rucksäcke obendrein.

Erreicht habe ich das durch eine Verringerung der Innentasche. Diese kann, ähnlich einem Tornister, ausgetauscht und durch variable Größen ersetzt werden. Denk daran: je weniger Platz im Rucksack, desto weniger packt ihr rein. Damit der Platz im Inneren des Rucksacks optimal genutzt werden kann, kommt ein zweiter Ausrüstungsfaktor ins Spiel: das Packmaß. Daher war es an der Zeit, das vorhandene Equipment dahingehend zu optimieren und deswegen schreibe ich diese Zeilen.

Diesmal stand im Zeichen der Optimierung das Teleobjektiv EF 70-200 mm f 2.8 L von Canon auf der Liste. Diese in die Jahre gekommene Objektiv ist in Sachen Bildqualität immer noch eine super Linse. Jedoch ist es hinsichtlich Gewicht und Maße inzwischen überholt. Schauen wir uns das mal genauer an.

Vergleich: Canon EF 70-200mm f/2.8L USM (Mark I) vs. Canon RF 70-200mm f/4L IS USM – alt trifft neu

Die 70-200mm-Brennweite ist ein Klassiker in der Fotografie – ob für Porträts, Landschaften, Events oder Sport. Wer zwischen älteren EF-Objektiven und modernen RF-Gläsern abwägt, steht vor einer grundlegenden Entscheidung: Lichtstärke versus Kompaktheit, Innenzoom versus Außenzoom, altbewährt versus innovativ. Ein besonders interessanter Vergleich ergibt sich zwischen dem Canon EF 70-200mm f/2.8L USM (Mark I) und dem deutlich neueren Canon RF 70-200mm f/4L IS USM.

Links das EF 70-200 mm f 2.8 aus dem Jahre 1995 und rechts das moderne RF 70-200 mm f4 aus 2025. Diesmal mit aufgesetzter Gegenlichtblende und maximaler Brennweite von 200 mm. Auffällig ist der Tubus des RF-Objektiv (rechts).

Klassiker mit Lichtstärke: EF 70-200mm f/2.8L USM (Mark I)

Das EF 70-200mm f/2.8L USM wurde 1995 vorgestellt und war damals eines der Arbeitstiere professioneller Fotografen. Mit durchgängiger Lichtstärke von f/2.8 liefert es auch bei wenig Licht noch ansprechende Ergebnisse und überzeugt mit einem angenehm cremigen Bokeh – ideal für Porträts und Freistellungen. Die optische Leistung ist solide, wobei sich bei Offenblende eine gewisse Weichheit an den Bildrändern zeigt. In Sachen Kontrast und Farbtreue ist das Objektiv ordentlich, aber im Vergleich zu heutigen Linsen sichtbar überholt.

Ein großer Pluspunkt ist der Innenzoom: Das Objektiv verändert beim Zoomen weder seine Länge noch seinen Schwerpunkt – was es besonders stabil für den Einsatz auf Stativen oder Gimbals macht. Zudem ist es robuster gegen Umwelteinflüsse wie Staub oder Spritzwasser geschützt. Allerdings hat diese Bauweise auch Nachteile: Das Objektiv ist groß, schwer (ca. 1.310 g) und beansprucht im Fotogepäck viel Raum.

Halb so lang und halb so schwer: das RF 70-200 mm (unten) ist ideal für lange Fototoren und Reisen.

Modern und mobil: RF 70-200mm f/4L IS USM

2020 brachte Canon mit dem RF 70-200mm f/4L IS USM eine modern konstruierte Alternative für spiegellose Kameras heraus – und revolutionierte das Telezoom-Design. Statt Innenzoom nutzt es einen Außenzoom, bei dem das Objektiv beim Zoomen physisch ausfährt. Das war zunächst umstritten, doch Canon hat diese Konstruktion konsequent auf Kompaktheit und Mobilität hin optimiert.

Mit einem Gewicht von nur 695 g und einer eingefahrenen Länge von 119 mm ist es das kompakteste 70-200mm-Objektiv, das Canon je gebaut hat – perfekt für Reisen, Reportagen und hybride Foto-Video-Einsätze. Auch in einem kleineren Fotorucksack oder Handgepäck findet es locker Platz, wo klassische Telezooms nicht mehr passen würden.

Trotz der vergleichsweise kleinen Blende von f/4 liefert das RF 70-200mm eine herausragende Bildqualität: gestochen scharf über das gesamte Bildfeld, mit exzellentem Kontrast, praktisch keiner chromatischen Aberration und einem sehr sauberen Farbwiedergabeprofil. Das Bokeh ist naturgemäß weniger ausgeprägt als beim f/2.8er, aber für viele Einsatzzwecke mehr als ausreichend.

Innenzoom vs. Außenzoom – was bedeutet das in der Praxis?

Der Innenzoom des EF 70-200mm sorgt für eine gleichbleibende Bauform, was bei professionellem Arbeiten mit Zubehör (z. B. Gimbal, Rig oder Matte Box) ein Vorteil ist. Die Balance der Kamera bleibt stabil und auch bei starkem Regen oder Staub wirkt das Design geschlossener und robuster.

Der Außenzoom des RF 70-200mm hingegen ermöglicht eine deutlich kompaktere Konstruktion – allerdings verändert sich beim Zoomen die Länge, was unter Umständen Einfluss auf das Handling auf dem Gimbal oder in staubigen Umgebungen haben kann. Dennoch hat Canon hier hervorragende Arbeit bei der Dichtung und Verarbeitung geleistet – das Objektiv ist ebenfalls staub- und spritzwassergeschützt, nur eben anders konstruiert.

Fazit: Wofür welches Objektiv?

Wer mit wenig Licht arbeitet, maximale Freistellung möchte oder auf f/2.8 angewiesen ist, kann auch heute noch zum EF 70-200mm f/2.8L greifen – idealerweise in einer neueren Mark II oder III Variante, denn die erste Generation ist optisch sichtbar in die Jahre gekommen.

Das RF 70-200mm f/4L IS USM hingegen ist ein beeindruckendes Beispiel für modernes Objektivdesign: leicht, gestochen scharf, reisefreundlich und kompakt wie nie zuvor. Gerade für Landschaftsfotografen, Reise- oder Reportagefotografie bietet es eine ideale Mischung aus Qualität und Mobilität – und stellt in Sachen Packmaß und Gewicht alles bisher Dagewesene in den Schatten.

Wer viel unterwegs ist und dabei auf jedes Gramm achtet, findet im RF 70-200mm f/4L eine perfekte Ergänzung zur spiegellosen Canon-Ausrüstung – ohne spürbare Abstriche bei der Bildqualität.

Die Wirkung von Schwarz-Weiß

Farbe oder Schwarz-Weiß? Die Wirkung eines Motivs im doppelten Blick

In der Fotografie entscheidet oft nicht das Motiv allein über die Wirkung eines Bildes, sondern auch die Art und Weise, wie es präsentiert wird. Eine der grundlegendsten Entscheidungen, die ein Fotograf treffen muss, ist die Wahl zwischen Farb- und Schwarz-Weiß-Darstellung. Beide Varianten haben ihre eigene visuelle Sprache – und beide können ein und dasselbe Motiv vollkommen unterschiedlich erscheinen lassen. Doch was genau passiert, wenn man ein Motiv in Farbe und in Schwarz-Weiß fotografiert?

Farbe: Emotion, Realität, Aufmerksamkeit

Farbfotografie ist die visuelle Realität, wie wir sie mit unseren Augen wahrnehmen. Farben erzeugen Stimmungen, wecken Assoziationen und lenken den Blick gezielt durch das Bild. Ein rotes Kleid vor einer grauen Wand, goldenes Licht im Gegenlicht, das satte Grün eines Waldes – all das erzeugt emotionale Tiefe und erzeugt Atmosphäre.

Farben kommunizieren unbewusst:

  • Blau wirkt kühl, beruhigend, oft distanziert

  • Rot steht für Energie, Leidenschaft, aber auch Gefahr

  • Grün assoziieren wir mit Natur, Leben und Ruhe

  • Gelb strahlt Optimismus und Licht aus

Farbfotografie eignet sich hervorragend, wenn es um dokumentarische Genauigkeit, lebendige Reportagen, Naturdarstellungen oder emotionale Porträts geht. Die Farbgebung kann jedoch auch ablenken – wenn sie nicht zur Bildaussage passt oder sich zu viele konkurrierende Farbtöne im Motiv befinden.

Schwarz-Weiß: Reduktion, Form, Zeitlosigkeit

In der Schwarz-Weiß-Fotografie wird die Welt auf Helligkeit, Kontrast, Struktur und Form reduziert. Ohne Farbe rückt der Blick auf Linienführung, Licht-Schatten-Spiel und Komposition.

Ein und dasselbe Motiv – etwa eine verlassene Straße im Nebel – wirkt in Schwarz-Weiß oft dramatischer, eindringlicher, beinahe zeitlos. Auch Hauttöne in Porträts oder architektonische Details treten klarer hervor, wenn Farbe nicht mehr vom Wesentlichen ablenkt.

Besonders bei Motiven mit starkem Lichtkontrast, feinen Texturen oder geometrischen Strukturen kann Schwarz-Weiß die Essenz eines Motivs herausarbeiten. Diese Reduktion verleiht dem Bild oft eine größere emotionale Tiefe, weil der Betrachter gezwungen ist, genauer hinzuschauen – ohne sich von Farben leiten zu lassen.

Wann welche Variante wählen?

Farbe, wenn:

  • Farbe zur Bildaussage gehört

  • Atmosphäre und Stimmung zentral sind

  • Kontraste und Töne harmonieren

Schwarz-Weiß, wenn:

  • Struktur, Form, Ausdruck im Vordergrund stehen

  • Farbe ablenkt oder überflüssig ist

  • eine zeitlose, klassische Ästhetik gewünscht ist

 Fazit: Zwei Wege zur Bildaussage

Farbe und Schwarz-Weiß sind keine Frage von „besser oder schlechter“, sondern von „was will ich zeigen?“ und „wie soll das Bild wirken?“. Wer sich diese Fragen bei jedem Motiv bewusst stellt, wird nicht nur kreativer, sondern beginnt, Bildaussagen gezielter zu formulieren. Denn oft ist es die bewusste Entscheidung für oder gegen Farbe, die aus einem guten Foto ein starkes Bild macht.

So, damit endet diese Ausgabe. Ich hoffe, es war für euch etwas dabei und ihr habt etwas Interessantes zum Lesen gefunden. Ich wünsche euch einen schönen und sommerlichen August und melde mich Anfang September wieder.

In diesem Sinne und allzeit gutes Licht,

Thomas