- engst.FOTOGRAFIE Insider
- Posts
- engst.FOTOGRAFIE Insider - Februar 2026
engst.FOTOGRAFIE Insider - Februar 2026
Neues Jahr, neues Glück. Dieses Jahr geht in die Vollen und hält jede Menge Fotografie bereit.

Die Brockenkuppe am Abend
Themen in dieser Ausgabe

Mein Buch “Harz Trails” befindet sich auf der Zielgeraden
Endlich ist es soweit. Mein Buch “Harz Trails - Eine Reise durch den Ostharz” befindet sich in der Druckerei und trifft in den kommenden Wochen bei mir ein. Damit endet nach mehr als drei Jahren eine spannende Reise und die Phase der Vorbestellungen geht los. Ein paar von euch haben im Rahmen meiner Workshops bereits einen Probedruck in den Händen halten können und waren begeistert. Alle, die sich für das Buch interessieren, können es ab sofort vorbestellen und bekommen es Mitte März geliefert.

Meine Foto-Workshops in 2026
Raus aus dem Alltag, rein ins Erlebnis Fotografie: In meinen Workshops geht es nicht nur um Knöpfe, Menüs und Technik. Es geht darum, Motive wirklich zu sehen, Licht zu lesen und Bilder bewusst zu gestalten. Nach dem Motto 20 % Technik – 80 % Sehen, Fühlen und Gestalten begleite ich dich praxisnah, verständlich und mit viel Raum für deine Fragen. Durch kleine Gruppen mit maximal 6 Teilnehmern bleibt es intensiv, persönlich und du bekommst genau die Unterstützung, die du brauchst.
Workshop 1: Tierfotografie im Zoo Leipzig
Tauche ein in die faszinierende Welt der Tierfotografie und lerne, Tiere respektvoll und wirkungsvoll in Szene zu setzen – vom kleinen Detail bis zum beeindruckenden Porträt großer Tiere. Wir arbeiten an Technik, Bildgestaltung und dem richtigen Timing, damit du aus schwierigen Situationen starke Ergebnisse herausholst.
Inhalte, die dich weiterbringen:
Grundlagen der Zoo- und Tierfotografie
Perspektiven, die den Tieren gerecht werden
Strategien bei schwierigen Lichtverhältnissen und Spiegelungen
Empfehlungen zur passenden Kameraausrüstung
Bildaufbau, Schärfesetzung und Motivführung
Umfangreicher Praxisteil direkt im Zoo
Besonderheiten:
10 % Rabatt auf Produkte im engst.Shop für alle Teilnehmer
Workshop 2: Quedlinburg fotografieren – Welterbe mit Charakter
Begleite mich nach Quedlinburg und entdecke eine der fotogensten Städte im Harz mit der Kamera in der Hand: über 1.000 Fachwerkhäuser, enge Gassen, lebendige Plätze und das Schloss auf dem Stiftsberg mit seinem Panoramablick. In einem intensiven Workshoptag (rund 8 Stunden) verbinden wir Kamerapraxis mit Street Photography und emotionaler Bildgestaltung – und nehmen uns Zeit, wirklich hinzuschauen.
Das erwartet dich:
Kameratechnik sicher anwenden und kreativ einsetzen
Schnell zur passenden Belichtung finden
Brennweiten gezielt nutzen: Weitwinkel bis Tele
Langzeitbelichtung auf Straßen und Plätzen (ND-Filter optional)
Stimmungen verstärken mit Polfilter (optional)
Bildkomposition, Perspektive, Tiefe und klare Bildaussagen
Linien, Strukturen, Details, Spiegelungen und „versteckte“ Motive entdecken
Licht und Farben verstehen und kreativ einsetzen
Besonderheiten:
10 % Rabatt auf Produkte im engst.Shop für alle Teilnehmer
Workshop 3: Tagesworkshop „Wasserfälle im Ilsetal“ – Landschaftsfotografie im Harz
Du willst Wasser fotografieren, das weich fließt, dynamisch wirkt oder ganz ruhig wird? Dann ist dieser Workshop im Raum Ilsenburg genau richtig. Hier lernst du Langzeitbelichtung von Grund auf, den sinnvollen Einsatz von Filtern (CPL, ND, GND) und wirkungsvolle Bildgestaltung – ideal für Einsteiger und Fortgeschrittene. Alles 100 % praxisnah, direkt draußen an den Spots.
Workshop-Details:
Datum & Dauer: 12.10.2025, ca. 8 Stunden
Ort: Harz, Raum Ilsenburg
Teilnehmer: Einsteiger & Fortgeschrittene
Teilnehmerzahl: mindestens 6 Personen, max. 6 (Anreise im eigenen PKW)
Voraussetzungen: Kamera mit M-Modus, stabiles Stativ, optional Filter (leihweise gegen Kaution möglich)
Ausrüstungsempfehlung:
DSLR oder Systemkamera mit M-Modus
Weitwinkel oder Reisezoom
Stabiles Stativ (idealerweise ohne Mittelsäule)
Genügend Akkus und Speicherkarten
Filter optional (CPL/ND/GND), vor Ort ggf. leihbar
Tagesablauf (Auszug):
09:00 Uhr Begrüßung & Einführung (Landschaft, Filtertechnik)
Praxis-Session: Langzeitbelichtung, Perspektive, Bildkomposition
Erfahrungsaustausch & individuelle Bildbesprechung
Tipps zur Smartphone-Bildbearbeitung in Lightroom
Gemeinsamer Abschluss am Nachmittag
Besonderheiten:
10 % Rabatt auf Produkte im engst.Shop für alle Teilnehmer
Spots sind nicht rollstuhlgerecht
Festes Schuhwerk und wettergerechte Kleidung empfohlen
Workshop 4 - die Fotowerkstatt (in Kooperation mit der Kreisvolkshochschule Bernburg)
In der Fotowerkstatt hast du die Möglichkeit, Neues zu lernen, zu experimentieren und bekanntes Wissen zu vertiefen. Im Kurs erhältst du Grundwissen für die Fotografie und die Bildbearbeitung am Rechner. Dieser Kurs ist sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene geeignet. Du kannst von den praktischen Erfahrungen der anderen Teilnehmenden profitieren.
Ich werde neben der Vermittlung von theoretischem Fachwissen und praktischer Anleitung den Kursinhalt entsprechend deinen Wünschen gestalten. An zwei Kurstagen lernst du die wesentlichen Funktionen deiner Kamera kennen und erwirbst das Grundwissen der Digitalfotografie. Du wirst „alte“ Motive neu entdecken und das erworbene Wissen sofort anwenden. So sind Resultate direkt sichtbar und etwaige Fehler lassen sich umgehend korrigieren. Im Kurs wirst du deine Bilder genauer ansehen und mit fachlicher Unterstützung und Beratung weitere Einstellungsmöglichkeiten kennenlernen.
Am dritten Kurstag werden die Bilder mit der Hard- und Software der KVHS bearbeitet. Der Kursleiter zeigt dir die Grundlagen der Bildbearbeitung mit dem Anwenderprogramm „Dark Table“ auf eine unterhaltsame und leicht verständliche Art und Weise. Du wirst viel üben und schnell die Benutzeroberfläche und die Werkzeuge bedienen können.
Am Ende des Kurses kannst du deine Kamera viel effektiver einsetzen und eine bessere Qualität deiner Fotos erzielen. Du hast den Blick für ein spannendes Motiv und kannst die Wirkung des Bildes durch eine optimale Bildkomposition wesentlich verbessern. Durch die Arbeit mit dem Anwenderprogramm verfügst du über die Grundlagen für anspruchsvollere Anwenderprogramme, zum Beispiel Adobe Photoshop Lightroom.
Fotografieren ist viel mehr als auf den Auslöser drücken und ein Motiv „festzuhalten“. Mach aus deinen Fotos etwas ganz Besonderes.
Deine Kamera muss über einen manuellen Modus verfügen. Der Kurs ist nicht geeignet für Aufnahmen mit dem Smartphone. Ein eigenes Stativ wäre von Vorteil.
Wenn du Lust hast, deine Fotografie spürbar voranzubringen – mit klaren Aha-Momenten, ehrlichem Feedback und einem Tag voller Motive – dann sind diese Workshops genau dein Ding.

Einladung zum gemeinsamen Fotowalk auf den Brocken
Am 25.07.2026 geht’s gemeinsam hoch hinaus: Ich lade alle Fotofreunde zu einem entspannten Fotowalk auf den Brocken (1.141 m) ein – ganz egal ob Hobbyfotograf oder Profi, Einsteiger oder Experte. Im Mittelpunkt stehen das gemeinsame Naturerlebnis, gute Gespräche und natürlich das Fotografieren – ohne Druck, ohne „Workshop-Charakter“, einfach als gemeinsames Wandern mit Kamera.
Die Teilnahme ist kostenlos. Jeder ist Selbstzahler und übernimmt, was er vor Ort verbraucht (z. B. Kaffee, Essen). Wir starten morgens in Schierke, steigen zusammen auf, fotografieren auf der Brockenkuppe nach Lust und Laune und wer möchte, bleibt bis zum Sonnenuntergang und steigt anschließend wieder ab.
Ablauf
09:00 Uhr Treffen in Schierke am Hotel Brockenscheideck, kurzes Kennenlernen bei einer Tasse Kaffee
10:00 Uhr Gemeinsamer Aufstieg auf den Brocken
ca. 13:00 Uhr Ankunft auf der Brockenkuppe
Ab dann: fotografieren, austauschen, entspannen – solange wir Lust haben
ca. 21:15 Uhr Sonnenuntergang fotografieren und danach Abstieg (für die verwegenen Teilnehmer)
Hinweise
Denkt an wettergerechte Kleidung (Brockenwetter kann schnell umschlagen).
Private Teilnahme auf eigene Verantwortung (Eigenverantwortung der Teilnehmer).
Der Walk kann wetterbedingt kurzfristig umgeplant oder abgesagt werden.
Das ist keine offizielle Veranstaltung, sondern ein gemeinsames Wandern.
Damit ich den Fotowalk etwas planen kann, bitte ich euch um eine (unverbindliche) Anmeldung. Ich freue. mich auf euch und wer weiß, vielleicht wird das ja etwas regelmäßiges.
Kameraprofile und warum du sie unbedingt nutzen solltest
Viele Fotografen feilen an Belichtung, Kontrast, Farben und Schärfe – und wundern sich trotzdem, warum zwei Bilder trotz ähnlicher Bearbeitung unterschiedlich wirken. Der Grund liegt oft viel früher im Workflow: im Kameraprofil.
Ein Kameraprofil ist so etwas wie die “Übersetzung” zwischen dem, was dein Sensor sieht, und dem, was du am Monitor beurteilst. Es entscheidet, wie Farben interpretiert werden, wie stark Kontrast wirkt und wie schnell Hauttöne kippen – noch bevor du den ersten Regler bewegst. Wer Profile versteht und bewusst nutzt, bekommt konstantere Ergebnisse, schnellere Bearbeitung und einen zuverlässigeren Look.

So sieht der Workflow bei den meisten Fotografen aus. Die Bildbearbeitung folgt den Kameraprofilen und ist erst der dritte Schritt im Workflow.
1) Was ist ein Kameraprofil – und was nicht?
Kameraprofile (z. B. in Lightroom/Camera Raw: Adobe Color, Adobe Neutral, Camera Standard, Camera Landscape usw.) legen fest, wie RAW-Daten dargestellt werden. Sie beeinflussen unter anderem:
Tonwertkurve (wie Kontrast verteilt wird, wie weich Lichter ausrollen)
Farbwiedergabe (Sättigung, Farbbalance, “Richtung” der Farben)
Hauttöne (vor allem Orange- und Rotbereiche)
Mikrokontrast/Anmutung (indirekt über Tonmapping)
Wichtig: Ein Profil ist kein Preset und keine Bearbeitung im klassischen Sinne. Es ist der Startzustand, auf dem du aufbaust.
Und noch eine häufige Verwechslung:
Picture Styles / Bildstile in der Kamera (Standard, Portrait, Landschaft) betreffen vor allem JPEGs und die Vorschau auf dem Kameradisplay.
Bei RAW wirkt der Bildstil nicht “hart” ins RAW hinein – aber er beeinflusst, was du beim Fotografieren siehst (Histogramm, Preview, Rückschau), und das kann wiederum deine Belichtungsentscheidungen verändern.

Bereits durch eine leichte S-Kurve wirken die Bilder realistischer und natürlicher.
2) Warum Profile so viel ausmachen (auch wenn du “eh alles selbst bearbeitest”)
Ein RAW ist kein fertiges Bild. Es ist ein Datenpaket, das erst durch eine Entwicklungs-Engine sinnvoll angezeigt wird. Genau hier setzt das Profil an.
Zwei typische Effekte:
A) Kontrast und Dynamikgefühl
Ein neutrales Profil lässt Lichter länger “atmen” und wirkt flacher, dafür aber oft besser kontrollierbar. Ein kontrastbetontes Profil wirkt sofort knackiger – kann aber Lichter schneller hart wirken lassen oder Schatten zulaufen lassen.
B) Farben und Hauttöne
Ein Profil kann Grün in Richtung Gelb schieben, Blau kühler machen oder Orange kräftiger auslegen. Das ist der Grund, warum Haut in einem Profil angenehm natürlich wirkt, im anderen aber schnell zu orange/rot oder “matschig” wird – obwohl Weißabgleich und Belichtung identisch sind.
Wenn du oft denkst: “Irgendwas stimmt mit den Farben nicht”, dann ist das sehr häufig ein Profil-Thema – nicht der Sättigungsregler.
3) Die wichtigsten Profil-Kategorien in der Praxis
In Lightroom/Camera Raw findest du typischerweise drei “Welten”, die du unterscheiden solltest:
1) Adobe-Profile (z. B. Adobe Color, Adobe Neutral)
Solide Allrounder. Adobe Color wirkt oft etwas “fertiger”, Adobe Neutral ist ein sehr guter Start, wenn du maximale Kontrolle willst (z. B. bei hohen Kontrasten, Nebel, Gegenlicht).
2) Camera Matching (z. B. Camera Standard, Camera Portrait, Camera Landscape)
Diese Profile versuchen, die Bildanmutung deiner Kamera-JPEGs nachzubilden. Super, wenn du:
einen Look magst, den du aus der Kamera kennst,
mehrere Kameras auf einen ähnlichen Stil bringen willst,
schnell zu einem konsistenten Grundlook kommen willst.
3) Kreativprofile / Herstellerprofile / eigene Profile
Hier wird es spannend: Profile können auch bewusst “Look” liefern (z. B. cineastisch, matt, warm). Außerdem kannst du mit Tools und einer ColorChecker-Tafel eigene Profile erstellen – ideal für Produktfotografie, Repro, oder wenn Farbe wirklich exakt sein muss.

4) So findest du dein Profil (ohne dich zu verlieren)
Hier ist ein pragmatischer Weg, der funktioniert:
Schritt 1: Wähle ein “Arbeitsprofil” als Standard
Landschaft/Architektur mit viel Kontrast: oft Neutral als Start
People/Porträt: oft Portrait oder Standard als Start
Schnelle Social Media Looks: eher Color oder Landscape (wenn passend)
Schritt 2: Mach einen Mini-Test mit 5 Bildern
Nimm fünf typische Motive (Haut, Grün, Blau/Himmel, Gegenlicht, Innenraum).
Pro Bild: einmal Profil A, einmal Profil B – ohne weitere Bearbeitung.
Dann entscheide: Welches Profil gibt mir die bessere Ausgangsbasis?
Schritt 3: Nutze Profile als Teil deiner Konsistenz
Wenn dein Profil sitzt, wird alles danach einfacher:
weniger Korrektur-Schleifen
weniger “Warum sind die Farben heute anders?”
schnelleres Batch-Editing
5) Typische Fehler (und wie du sie vermeidest)
Fehler 1: Profil-Wechsel mitten im Edit
Wenn du schon stark bearbeitet hast und dann das Profil wechselst, verändern sich Tonwerte und Farben – das kann dein Bild “kippen”.
Besser: Profil ganz am Anfang festlegen.
Fehler 2: Profil + Preset + LUT = Chaos
Wenn du mehrere starke Look-Bausteine stapelst, wird es schnell unkontrollierbar.
Besser: Erst Profil als Basis, dann feine Bearbeitung. Presets nur, wenn sie wirklich zu deinem Profil passen.
Fehler 3: Du beurteilst Profile auf einem nicht kalibrierten Monitor
Profile sind Farbinterpretation. Wenn dein Monitor danebenliegt, triffst du falsche Entscheidungen.
Mindestens: Helligkeit sinnvoll einstellen, konstantes Umgebungslicht. Ideal: Hardware-Kalibrierung.
6) Mini-Übung für diese Woche
Such dir 20 Bilder aus einem typischen Shooting/Trip.
Dann:
Wähle ein Profil als Basis (z. B. Adobe Neutral oder Camera Standard)
Bearbeite 3 Bilder sauber fertig
Synchronisiere die Bearbeitung auf die restlichen 17 Bilder
Prüfe: Wie konsistent wirkt die Serie?
Wenn die Serie “aus einem Guss” wirkt, hast du dein Profil gut gewählt. Wenn nicht: Profil wechseln, wiederholen – nur zwei Durchläufe, nicht zehn.
Fazit
Kameraprofile sind kein nerdiges Randthema – sie sind der Grundton deines Looks. Wer sie bewusst auswählt, bekommt weniger Frust, mehr Wiedererkennbarkeit und schneller fertige Ergebnisse. Und genau darum lohnt es sich, das Thema einmal sauber aufzuräumen.

Irys: Die fotozentrierte Instagram-Alternative für alle, die wieder Bilder sehen wollen
Wenn du Fotografie liebst, kennst du das Gefühl: Du steckst Zeit in gute Bilder, achtest auf Licht, Komposition und Bearbeitung – und am Ende entscheidet ein Algorithmus, ob dein Foto überhaupt jemand sieht. Dazu kommt: Viele Plattformen haben sich in Richtung Kurzvideo verschoben. Fotos wirken plötzlich wie „Beifang“ im Feed.
Genau in diese Lücke stößt Irys: eine Social-Plattform, die sich bewusst wieder auf Fotografie konzentriert – ohne den üblichen Social-Media-Lärm. Laut Eigenbeschreibung ist Irys „made by photographers, for photographers“ und wurde u. a. vom Street-Fotografen Alan Schaller gegründet.
Was ist Irys überhaupt?
Irys (Irys Photos) ist eine App, die wie eine moderne Foto-Galerie funktioniert: Du kannst deine Arbeiten hochladen, in Portfolios/Themen ordnen, dich in Gruppen austauschen und neue Fotografen entdecken – aber mit dem klaren Fokus auf Bilder statt Trends.
Der Grundgedanke ist simpel: Fotografie soll wieder respektiert werden – nicht als Content-Füllmaterial zwischen Werbung, Reels und „viralen“ Challenges.
Die wichtigsten Funktionen (und warum sie für Fotografen interessant sind)
1) Hochauflösende Uploads, keine Zwangs-Kompression wie früher
Irys wirbt damit, dass du Bilder in hoher Qualität teilen kannst – inklusive Upload-Limits bis 50 MB (je nach Plan/Stand der App).
Das ist für alle spannend, die Details, Tonwerte und feine Strukturen zeigen wollen – also genau das, was bei manchen Plattformen gerne zerquetscht wird.
2) Keine erzwungenen Zuschnitte
Du kannst jedes Seitenverhältnis posten, ohne dass dir die App ein Format aufzwingt. Ideal für Hochformat, Panorama, 4:5, 3:2 oder auch mal quadratisch – so, wie es zum Bild passt.
3) Optional EXIF: Lernen durch Technikdaten
Wenn du willst, zeigt Irys Kameradaten (EXIF) an. Das klingt nach Kleinigkeit, ist aber für Fotografie-Communitys Gold wert: Man kann nachvollziehen, wie ein Bild entstanden ist – und sinnvoll darüber sprechen.
4) Weniger „Vanity Metrics“: Follower- und Like-Druck runterdrehen
Ein Kernversprechen von Irys: Du sollst steuern können, wie „sozial“ es wird – inklusive Optionen, Likes/Kommentare/Followerzahlen zu verstecken bzw. weniger in den Mittelpunkt zu stellen.
Heißt übersetzt: mehr Ruhe im Kopf, mehr Fokus auf Inhalt.
5) Kuratierte Entdeckung statt Algorithmus-Gewürge
Irys setzt stärker auf Kuration und thematische Entdeckung statt auf die klassische „Algorithmus-Lotterie“.
Das ist nicht automatisch „besser“ – aber es ist anders: Du wirst eher wegen deiner Arbeit wahrgenommen und nicht, weil du das richtige Trend-Audio erwischt hast.
6) Portfolios, Themen und Gruppen
Du kannst deine Bilder organisieren (Portfolios/Themen) und dich in Gruppen bewegen, die zu deinen Motiven passen – Landschaft, Architektur, Street, Schwarzweiß, Minimalismus usw.
7) Bildschutz: nicht-downloadbar, Screenshot-Schutz angekündigt
Irys betont, dass du Urheber bleibst und Funktionen eingebaut wurden, die das direkte Herunterladen erschweren. Zusätzlich wird Screenshot-Schutz als „coming soon“ kommuniziert.
Wichtig: Nichts im Internet ist 100% kopiersicher – aber es ist ein Signal, dass Bildschutz hier ernst genommen wird.
8) Kostenlos + Mitgliedschaft
Irys setzt nicht primär auf Werbung, sondern auf ein Modell aus Free + Paid (Mitgliedschaft). Das ist konsequent, weil du dann nicht „das Produkt“ bist.
Für wen lohnt sich Irys?
Irys ist besonders interessant, wenn du…
wieder mehr Fotografie im Feed willst (statt Video-first).
deine Arbeiten in besserer Qualität zeigen willst.
Lust auf eine Community hast, die stärker über Bilder und Gestaltung spricht – nicht über Reichweiten-Hacks.
deine Motive sauber in Portfolios/Themen präsentieren willst.
Weniger geeignet ist Irys (noch), wenn…
du vor allem maximale Reichweite im Mainstream suchst: Neue Plattformen starten klein, und es dauert, bis „alle“ da sind.
du stark auf Reels/Video setzt: Irys ist klar fotozentriert.
Meine ehrliche Einschätzung: Chance, aber kein Wunderknopf
Irys wirkt wie ein Gegenentwurf zu dem, was viele an klassischen Social-Plattformen nervt: Werbung, Datenhunger, Trend-Druck, Video-Overkill.
Aber: Eine Plattform ist nur so gut wie die Community, die sie nutzt. Entscheidend wird sein, ob genug Fotografen langfristig aktiv bleiben – und ob die App ihr Qualitätsversprechen technisch sauber hält.
Trotzdem: Für Fotografen ist es spannend, jetzt reinzuschauen. Denn am Anfang ist es am leichtesten, sichtbar zu werden, Kontakte zu knüpfen und die Kultur mitzuprägen.
7 praktische Tipps, wenn du Irys testen willst
Starte mit einem klaren Portfolio
Lege 1–2 Themen fest (z. B. „Harz Landschaft“, „Architektur in Schwarzweiß“, „Minimalistische Naturdetails“) und poste zuerst nur das. Konsistenz wirkt.Nutze Serien statt Einzelbilder
Wenn du ein Motiv in Varianten hast (Brennweiten, Perspektiven, Lichtstimmungen), poste es als kleine Reihe. Das lädt zu echtem Feedback ein.Aktiviere EXIF gezielt
Gerade bei Lern- und Workshop-Communitys kann EXIF helfen – bei sehr persönlichen Projekten kannst du es auch auslassen.Geh in Gruppen rein, nicht nur in den Feed
Wenn Gruppen aktiv sind, entsteht Austausch schneller.Kommentiere wie in einer Galerie
Keine Ein-Wort-Kommentare, sondern 1–2 Sätze: Was wirkt? Was macht die Komposition stark? Welche Stimmung kommt rüber? So baust du schneller echte Kontakte auf.Crossposting ohne Stress
Wenn du Instagram noch nutzt: Poste auf Irys die „Portfolio-Version“ (weniger, aber stärker kuratiert) und auf Instagram die „Story-Version“ (mehr Behind-the-Scenes). Das nimmt Druck raus.Gib der Sache 30 Tage
Neue Plattformen fühlen sich in Woche 1 oft leer an. Nimm dir 30 Tage, poste regelmäßig (z. B. 2–3 Bilder/Woche) und bewerte dann.
Mini-Fazit
Irys ist keine Instagram-Kopie, sondern eher eine digitale Foto-Galerie mit Community-Funktionen – für alle, die Fotografie wieder ernsthaft zeigen und entdecken wollen. Wenn du genug hast von Algorithmus-Karussell und Video-Zwang, ist Irys definitiv einen Test wert.
Damit endet auch schon wieder diese Ausgabe des Newsletters im neuen Jahr. Aber keine Sorge, ein neues Jahr voller fotografischer Erlebnisse liegt vor uns und ich freue mich darauf, es mit euch zu erkunden.
Allzeit gutes Licht und immer spannende Motive vor der Kamera wüscht,
Thomas