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- engst.FOTOGRAFIE Insider - März 2025 (#71)
engst.FOTOGRAFIE Insider - März 2025 (#71)
Der Frühling steht vor der Tür und mit ihm lockt das Fotowetter. In dieser Ausgabe gebe ich Tipps zur Fotografie von Blumen und der Arbeit mit optischen Filtern.

Themen in dieser Ausgabe:
Terminhinweis: meine Workshops für das erste Halbjahr 2025 stehen fest
Wie schon in den letzten Jahren biete ich auch in 2025 wieder Fotokurse in Kooperation mit der Volkshochschule des Salzlandkreises an. Die “Fotowerkstatt” findet am 22.April 2025, 20. Mai 2025 und 10. Juni 2025 jeweils 17.30 Uhr bis 19:00 Uhr statt. An den ersten beiden Kurstagen steht das Praktische im Vordergrund. Wir fotografieren uns durch den frühlingshaften Auwald und dem abendlichen Bernburg. Treffpunkt ist jeweils die Kreisvolkshochschule in Bernburg. Die geschossenen Bilder werden am dritten Tag in den Räumen der VHS bearbeitet. Dazu wird die Software Dark Table genutzt und die Grundlagen der Bildbearbeitung erlernt.
Klickt euch euren Platz in der “Fotowerkstatt” und freut euch auf kurzweilige Abende mit Gleichgesinnten.

Die Kunst der Fotografie mit Glasfiltern: Rundfilter und Steckfilter im Vergleich
n der modernen Fotografie kommen Glasfilter als unverzichtbare Werkzeuge zum Einsatz, um bestimmte Effekte zu erzielen oder Herausforderungen wie zu helles Licht zu meistern. Sie ermöglichen es Fotografen, ihre kreative Vision präzise umzusetzen und gleichzeitig technische Begrenzungen der Kamera zu überwinden. Glasfilter unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht, wobei besonders die Bauformen Rundfilter und Steckfilter im Mittelpunkt stehen. Beide Varianten bieten einzigartige Vor- und Nachteile sowie spezifische Anwendungsbereiche.

Rundfilter gibt es für alle gängigen Objektivdurchmesser.
Rundfilter – Präzise Anpassung für individuelle Objektive
Rundfilter sind, wie der Name vermuten lässt, kreisförmige Glasfilter, die direkt auf das Objektiv geschraubt werden. Diese Filter gibt es in verschiedenen Größen, die dem jeweiligen Filterdurchmesser des Objektivs entsprechen.
Vorteile von Rundfiltern:
Einfache Handhabung: Dank ihres Schraubmechanismus sind Rundfilter besonders praktisch. Sie lassen sich schnell montieren und abnehmen.
Hohe Kompatibilität: Viele Filtertypen, wie Polarisationsfilter, ND-Filter (Neutraldichtefilter) und UV-Filter, sind als Rundfilter erhältlich.
Stabilität: Durch den festen Sitz am Objektiv bieten Rundfilter eine hohe Sicherheit vor Verrutschen oder ungewolltem Abfallen.
Nachteile von Rundfiltern:
Größenabhängigkeit: Jeder Filter passt nur auf ein Objektiv mit dem passenden Durchmesser, was bei mehreren Objektiven mit unterschiedlichen Gewinden zu zusätzlichen Anschaffungen führt.
Flexibilität: Rundfilter können nicht kombiniert werden, ohne das Risiko von Vignettierungen (dunkle Ecken im Bild) einzugehen, insbesondere bei Weitwinkelobjektiven.
Anwendungsfälle: Rundfilter sind ideal für Fotografen, die oft mit einem bestimmten Objektiv arbeiten, beispielsweise in der Porträt- oder Landschaftsfotografie. Sie sind besonders nützlich für schnelle, unkomplizierte Einsätze.

Steckfilter brauchen zwingend einen Filterhalter. Dieser bietet dann eine höhere Flexibilität für eure Fotografie.
Steckfilter – Kreativität und Flexibilität für komplexe Szenarien
Steckfilter hingegen sind rechteckige oder quadratische Filter, die mithilfe eines Filterhalters vor das Objektiv gesteckt werden. Der Filterhalter wird zunächst an das Objektiv geschraubt und kann je nach Modell mehrere Filter gleichzeitig aufnehmen.
Vorteile von Steckfiltern:
Flexibilität: Steckfilter sind nicht an einen bestimmten Objektivdurchmesser gebunden. Mit passenden Adapterringen können sie für verschiedene Objektive verwendet werden.
Kombination von Filtern: Mehrere Filter können gleichzeitig eingesetzt werden, beispielsweise ein ND-Verlaufsfilter und ein Polarisationsfilter, um komplexe Lichtsituationen zu meistern.
Kreative Möglichkeiten: Verlaufsfilter lassen sich präzise ausrichten, um den Verlauf exakt an die Horizontlinie anzupassen.
Nachteile von Steckfiltern:
Aufwendigere Handhabung: Der Aufbau mit Filterhalter und die präzise Ausrichtung des Filters erfordern mehr Zeit und Geduld.
Größe und Transport: Steckfilter und ihre Halterung sind sperriger und weniger mobil als Rundfilter.
Kosten: Hochwertige Steckfiltersysteme sind oft teurer als Rundfilter.
Anwendungsfälle: Steckfilter sind besonders bei Landschafts- und Architekturaufnahmen beliebt, wo präzise Kontrolle über Belichtung und Lichtführung entscheidend ist. Sie sind die erste Wahl für Fotografen, die komplexe Lichtverhältnisse kreativ gestalten wollen.
Welche Filterlösung passt zu wem?
Die Entscheidung zwischen Rund- und Steckfiltern hängt stark von den individuellen Bedürfnissen und dem Einsatzgebiet ab. Wer Wert auf Mobilität und eine schnelle Arbeitsweise legt, wird mit Rundfiltern gut bedient sein. Fotografen, die sich auf anspruchsvolle Szenarien mit wechselnden Lichtverhältnissen spezialisieren, profitieren hingegen von der Vielseitigkeit der Steckfiltersysteme.
Letztendlich ergänzen sich beide Systeme und bieten unterschiedliche Ansätze zur kreativen Entfaltung. Für ambitionierte Fotografen kann es sinnvoll sein, beide Arten von Filtern in der Ausrüstung zu haben, um auf jede Situation vorbereitet zu sein.
Wer sich lieber mittels Bewegtbild über die Filterfotografie informieren möchte, der wird (mal wieder) auf YouTube fündig.

Fotografie von Pflanzen im Frühjahr: Kreative Bildideen und Techniken
Der Frühling ist eine der spannendsten Jahreszeiten für die Pflanzenfotografie. Nach den dunklen Wintermonaten erwacht die Natur zu neuem Leben, und zahlreiche Pflanzen blühen in intensiven Farben. Um dieses Naturschauspiel in beeindruckenden Bildern festzuhalten, sind kreative Herangehensweisen gefragt.
1. Makrofotografie: Die Welt im Kleinen entdecken
Die Makrofotografie eignet sich hervorragend, um feine Strukturen von Blüten, Knospen oder jungen Blättern sichtbar zu machen. Eine geringe Tiefenschärfe hilft, das Motiv vom Hintergrund zu trennen und Details hervorzuheben. Folgende Techniken bieten sich an:
Gegenlichtaufnahmen: Dünne Blütenblätter wirken in der Morgensonne fast transparent und entfalten eine magische Leuchtkraft.
Tautropfen als Spiegel: Morgentau kann als natürlicher Effekt eingesetzt werden, um Reflexionen oder Miniaturspiegelungen in den Tropfen sichtbar zu machen.
Makro-Langzeitbelichtungen: Mit leichtem Wind und einer längeren Belichtungszeit entstehen sanfte Bewegungsunschärfen, die das Bild lebendiger wirken lassen.

Portraitobjektive (ab einer Brennweite von 80 mm) eignen sich ebenfalls sehr gut für das Freistellen und Fotografieren von Pflanzen. Diese Mohnblüten habe ich mit 130 mm geschossen und dabei das Gegenlicht genutzt.
2. Mitzieher: Bewegung in die Pflanzenfotografie bringen
Eine kreative Technik, die in der Pflanzenfotografie selten genutzt wird, ist der sogenannte Mitzieher. Diese Technik stammt eigentlich aus der Sportfotografie, lässt sich aber auch auf Pflanzen anwenden:
Eine leichte Kamerabewegung während einer längeren Belichtungszeit erzeugt verwischte, malerische Effekte.
Besonders bei blühenden Wiesen oder Feldern kann das bewusste Mitziehen der Kamera mit dem Wind interessante Resultate erzeugen.
In Kombination mit Makroaufnahmen entstehen weiche, abstrakte Bilder, die fast impressionistisch wirken.

Bei einer mittleren Belichtungszeit (ca. 1/30 Sekunde) und einem beherzten aber gefühlvollen Schwenk, entstehen solche Aufnahmen. Der Hohle Lerchensporn wirkt fast schon durchscheinend.
3. Kreative Bildkompositionen: Perspektiven und Farben spielen lassen
Neben klassischen Nahaufnahmen lohnt es sich, mit unkonventionellen Bildkompositionen zu experimentieren:
Blick von unten: Fotografiert man Blüten von unten gegen den Himmel, erhalten sie eine dramatische und fast erhabene Wirkung.
Spiegelungen nutzen: Nach einem Regenschauer lassen sich Pfützen oder ruhige Wasseroberflächen für ungewöhnliche Spiegelaufnahmen nutzen.
Mehrfachbelichtung: Eine kreative Methode, um verschiedene Perspektiven oder Blütenmotive in einem einzigen Bild zu vereinen.

Traut euch, im Gegenlicht zu fotografieren. Besonders bei tiefstehender Sonne werden die Bilder traumhaft. Hierbei gilt es aber die oftmals unerwünschten Flares (Spiegelungen im Objektiv) zu vermeiden.
4. Unschärfe gezielt einsetzen: Bokeh und Fokusspiele
Freigestellte Blüten mit einem sehr weichen Bokeh verleihen den Bildern eine romantische Atmosphäre. Hier hilft eine möglichst offene Blende (f/1.8 bis f/2.8).
Selective Focus Technik: Hier wird gezielt nur ein kleines Detail einer Pflanze scharf gestellt, während der Rest verschwimmt. Dies kann in Kombination mit Lichtreflexen im Hintergrund faszinierende Effekte erzeugen.
Durch Objekte hindurch fotografieren: Blätter oder Blumen im Vordergrund können als natürlicher Unschärfe-Rahmen dienen und dem Bild mehr Tiefe verleihen.

Eine offene Blende (kleine Blendenzahl) ermöglicht einen Butterweichen Hintergrund. Das Bokeh ist stark vom Objektiv abhängig, wertet das Bild aber ungemein auf.
5. Langzeitbelichtungen mit Wind
Eine besonders interessante Technik ist die Kombination aus Langzeitbelichtung und natürlicher Bewegung:
Blühende Felder oder Zweige in Bewegung erzeugen dynamische, malerische Bilder.
In den frühen Morgenstunden ist der Wind oft ruhiger, was bei statischen Motiven für maximale Schärfe sorgt.
Alternativ kann eine Kombination aus scharfen und verwischten Elementen durch selektives Maskieren in der Bildbearbeitung erzeugt werden.

Durch eine etwas längere Belichtung werden die Farben oft etwas knackiger uns gesättigter. Gerade im sanften Morgenlicht ist das ein beliebtes Stilmittel. Aber Achtung, das Motiv sollte sich während der Belichtung nicht bewegen, da es sonst zu Unschärfe kommen kann.
Fazit: Die Vielfalt des Frühlings nutzen
Die Pflanzenfotografie im Frühjahr bietet unzählige kreative Möglichkeiten. Neben klassischen Makroaufnahmen lohnt es sich, mit Bewegung, Licht und Perspektiven zu spielen. Durch Techniken wie Mitzieher, gezielte Unschärfe oder Spiegelungen lassen sich eindrucksvolle Bilder schaffen, die die Schönheit der Natur in all ihren Facetten einfangen.

Hallo, You Tube! Die Reise beginnt.
Seit Anfang Februar gibt es meinen eigenen YouTube-Kanal. Auf diesem Kanal nehme ich euch mit auf meine Fototouren (nicht nur) durch den Harz, zeige euch die spannende Welt der Fotografie und gebe euch Einblicke in die Entstehung meiner Bilder. Da der Kanal noch ganz am Anfang steht, habt ihr aktiv die Möglichkeit, ihn mitzugestalten. Wie? Ganz einfach. Durch euer Feedback, eure Kommentare und Anregungen. Sagt mir doch bitte, was noch nicht so gut klappt, was ihr euch für die Zukunft wünscht oder welche Spots sich zu fotografieren lohnen. Gemeinsam gestalten wir diesen Kanal zu einer Quelle der Inspiration für alle Freunde der Fotografie. Neugierig? Dann schaut euch doch mal den Kanal an.

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So, damit ist auch diese Ausgabe zu Ende. Ich danke euch für’s Lesen und wünsche wie immer:
Allzeit gutes Licht,
Thomas